Fee hat es geschafft. Sie hat ihr Studium in Münster beendet und ist nun Designerin (HWK) im Handwerk. Die drei Jahren intensives Befassen mit altem und neuem Design, mit Architektur, mit virtuellen und handwerklichen Möglichkeiten der Gestaltung, mit Schrift und Werbung haben ihren Blick enorm geschult und sie hat nicht umsonst ihren Abschluß mit einem „Sehr gut“ erzielt. Die Eltern sind stolz 🙂 Gestern war Präsentation der Abschlußarbeiten in der Akademie für Gestaltung und natürlich haben wir uns alle auf den Weg gemacht, um bei der Abschlußfeier dabei zu sein. Auch unser Sohn Ole mit seiner Freundin haben es geschafft.

Familientreffen in Münster

Familientreffen in Münster

Jeder Student wurde vorgestellt und seine Arbeit erklärt, so dass man anschließend mit Hintergrundwissen die wirklich hervorragenden Werke bewundern konnten. Da viele Tischler dabei waren gab es tolle Möbel, Regalsysteme, von den Raumausstattern eine Textilkollektion und einige Kooperationsprojekte mit schon bestehenden Firmen, die gerne einem Jungdesigner die Möglichkeit geben, ein reales Projekt umzusetzen.

Fee hatte sich als Absschlußarbeit unsere neue Ausstellung in Bad Godesberg vorgenommen. Wie schon berichtet  eröffnen wir eine Gemeinschaftsausstellung mit unseren Partnern. Fee hat ein Modell des Ladenlokals gebaut, die Raumplanung und das Farbkonzept erstellt, das Ganze zusätzlich am PC gerendert (d.h., die Räume digital erfasst und die Farbgestaltung am Computer erstellt), das Gesamtkonzept inhaltlich und schriftlich erfasst, Flyer, Visitenkarten und Präsentationsmappen entwickelt und drucken lassen und alles zusammen auf einer Art Messestand präsentiert. Ein absolut stimmiges Konzept, das von der Jury sehr gelobt wurde.

Zwei andere Projekte von Fee’s Kommolitonen möchte ich noch vorstellen. Eines, weil die Geschichte dahinter witzig ist. Wie oben schon erwähnt, waren die Studenten angehalten, sich Kooperationspartner zu suchen, für die sie etwas designen können. Da kam doch der Freund unsere Tochter Nell sehr schnell auf die Idee, diesen Umstand für sein Vorhaben zu nutzen. Er hat ein Getränk entwickelt, einen Mexikaner. (Für alle, die wie ich bislang nicht wissen, was das ist: ein Gesöff aus Tomatensaft und Alkohol und das in ziemlich scharf).

Diesen Mexikaner „Dolor Doble“ beschreibt er so: „Dolor Doble ist ein Mexikaner, kein Ketchup und keine Gazpacho. Er ist vegan. Er ist feurig. Er ist stark. Er ist die tomatöse Spirituöse. Achtung, dieses Produkt kann bei übermäßigem Konsum ein zweites Mal brennen!“ Jetzt wissen wir auch, wo der Name herkommt 😉 Diesen Mexikaner präsentiert er zur Markteinführung auf Festivals und Veranstaltungen und braucht dafür eine mobile Bar. Diese Bar haben zwei Studenten, Jonas und Lutz, als Projekt entwickelt und gebaut. Sie musste natürlich gestern sofort eingeweiht werden und ich kann nur sagen: die Bar war cool und der Mexikaner, die tomatöse Spirituöse, macht auf jeden Fall wach! Ich find’s lecker.

Jonas und Lutz mit Dolor Doble

Jonas und Lutz mit Dolor Doble

Ein anderes Abschlußprojekt ist für mich deutlich schwieriger zu formulieren, aber da es absolut außergewöhnlich ist und auch die Bestnote erzielt hat, will ich es kurz vorstellen. Der frisch gebackene Designer ist Christopher Baumeister. Vorher hat er schon eine Lehrer als Zimmermann absolviert und Bauingenierwesen studiert. Sein Stand hatte die Überschrift: „The Medium is the Massage“. (Und das ist kein Rechtschreibfehler). Ich zitiere ihn hier: „Ich habe mich mit dem Buch „The Medium is the Massage“ von Marshall Mc Luhan (1967) beschäftigt, der behauptet, dass Medien viel mehr mit uns machen als nur Botschaften überbringen. Seine Theorien habe ich in einer interaktiven Ausstellung erlebbar gemacht“.

Er hat eine App entwickelt, die er so beschreibt: „Mit einer App lässt sich eine Präsentationsfläche durch eine digitale Dimension erweitern. Video- und Audioaufnahmen aus der Zeit McLuhans mit 3D Animationen kombiniert und durch moderne Technik in die heutige Realität projiziert. Der digitale Inhalt erweitert die Sinne des Besuchers, massiert seine Sensorik uns stellt ihn letztendlich vor die Frage nach seiner Identität und seiner Selbstwahrnehmung im digitalen Netzwerk“. Puhh, hört sich kompliziert an, hat mit Handwerk nicht mehr viel zu tun, ist aber irre. Ich habe die 3D-Brille aufgesetzt, die er durch seine App programmiert hat und habe erlebt, wie man die Realität durch die Kombination aus Bildern, grafischen Animationen und Geräuschen dazu komplett verlieren kann und nicht mehr weiß wo oben und unten ist. (Kann natürlich auch eine Auswirkung von Dolor Doble gewesen sein :-)). Auf jeden Fall ist dieser junge Mann sehr bemerkenswert und wer Lust hat, kann sich auf seiner Website ein Bild von ihm machen. Alle zukünftigen Arbeitgeber, die ein helles Köpfchen und einen Profi im Bereich 3D Animation suchen, sollten hellhörig werden bei ihm!

Christopher nehme ich gerade nicht wahr

Christopher nehme ich gerade nicht wahr

Die Ausstellung ist in Münster noch die ganze nächste Woche zu besichtigen. Infos gibt es hier.

Nach der Feier sind wir dann noch an den Hafen von Münster gefahren und haben bei bestem Sommerwetter lecker gegessen bis wir dann auf den Weg nach Hause und das Jungvolk sich auf den Weg zum Absch(l)ußfeiern gemacht haben. Fee ist schon traurig, dass ihre tolle Zeit in Münster mit ihren vielen Freunden dort nun zu Ende geht, aber wir freuen uns dafür umso mehr,  dass sie uns jetzt in der Firma unterstützen wird und ihr neu gewonnenes Wissen und ihre Kreativität an realen Projekten ausleben kann.

So, und jetzt nochmal ganz wichtig für alle:

SAVE THE DATE! Am 08.09. findet die Promenade-Paul-Kemp statt. Zahlreiche geöffnete Geschäfte, Galerien und Büros sowie zusätzliche Gastaussteller werden wieder mal für einen inspirierenden Kultur-Tag in unserer Straße sorgen. Diese Veranstaltung nehmen wir zum Anlaß,  unsere neue Ausstellung des design.smart.home Centers direkt an der Ecke Paul-Kemp-Str./Beethovenallee zu eröffnen. Die Arbeiten dort laufen auf Hochtouren und ich kann Ihnen schon so viel sagen: die Ausstellung wird spektakulär! Was Sie dort an hochwertigem Handwerk, kombiniert mit modernster Licht/Technik sehen werden, wird Sie wirklich ins Staunen bringen. Ich glaube nicht, dass es deutschlandweit etwas Ähnliches gibt.

Bitte merken Sie sich den Termin schon einmal vor! Eine persönliche Einladung erhalten Sie noch rechtzeitig per Newsletter.

So, das war’s für heute. Gerne erwarte ich Sie zur kostenlosen Beratung an jedem Wonderful Wednesday oder bin gerne per mail für Sie da.

Einen wunderbaren, farbenfrohen Sommer wünscht Ihnen

Ihre Ursula Kohlmann

PS: die neuen Seminartermine sind raus. Die gute Botschaft, für alle die mehr im Süden leben: im Oktober halte ich ein Seminar über Kalkputztechniken beim Farbwerk in Stuttgart ab. Ich bin gespannt, wieviele Menschen ich dort treffen werde!