Bei uns war immer viel los – Kinder, Au Pairs, Großeltern, Pflegekinder, Freunde der Kinder und natürlich auch Kochabende mit unseren Freunden. Der Herd war selten kalt. Und jetzt, wo die Kinder längst ihre eigenen Wohnungen haben, habe ich es endlich so bekommen wie ich es mir schon erträumt hatte: ein toller, großer Gasherd in einer Kochinsel mit Blick in den Garten und Platz für nette Menschen, mit denen man beim Vorbereiten schon mal mit dem unverzichtbaren Kochwein anstoßen kann.

Küche in beton Ciré und Mineralputz

Und wer hätte gedacht, dass man trotzdem einem 25 Jahre alten Ceranfeld wehmütig nachschaut, wie es für die Entsorgung rausgestellt wird? Es tat mir doch richtig leid, es verstaubt und seiner treuen Dienste entraubt, einsam in einer Ecke stehen zu sehen. Vielen Dank für deine vielen Jahre unermüdliche Familien-Kochgeschichte!

Neues Makeover einer über 25 Jahre alten Küche

Und so sah es vorher aus: Fliesen, die Anfang der 90er mal modern waren, eine Vollholzküche, deren Fronten ich vor ein paar Jahren schon mal lackiert hatte, und die von der Funktion her immer noch tippi toppi war. Der Wintergarten stammt auch aus der Zeit, in der mein Mann Reino und ich unsere Erdgeschosswohnung mit Hilfe unserer Bausparverträge ausgebaut hatten. Inzwischen gefiel mir natürlich vieles nicht mehr. Gerade wenn man so viele neuen Küchen bei unseren Kunden sieht weiß man, was man selber mag und was nicht. Ich wusste ganz sicher: zu uns passt keine weisse Hochglanzküche mit grauer Arbeitsplatte. Ich brauche mehr Farbe, mehr Individualität, mehr Fröhlichkeit.

Plan war es, die alten Bodenfliesen zu überspachteln und mit einem fugenlosen Designestrich, einem Beton Ciré, zu überarbeiten. Decken und Wände neu verputzen, Arbeitsplatten auch alle in Beton Ciré spachteln. Eigentlich doch gar nicht so viel Arbeit. Aber wieder mal hatten wir die Rechnung nicht mit einem Altbau gemacht. Die Decke, die für die neue Dunstabzugshaube geöffnet werden, kam uns als erstes entgegen. Alte Holzlättchen, schön in Lehm gesetzt, wollten dann doch erstmal entfernt werden. Neue Lüftungskanäle verlegen, Deckenspiegel in Rigips abhängen, Licht und Elektrik rein … das alleine hat schon viel länger gedauert als geplant. Aber gut. Kennen wir ja.

Altbausanierung ist immer wieder für eine Überraschung gut

Dann ging es an den Boden: bei näherem Abklopfen stand fest: da gibt es nix zu überspachteln, die Fliesen kleben nicht gut und müssen alle raus. Hmm, okay, dann machen wir das so. Das Ergebnis: der Unterboden ist nicht wirklich tragfähig, das muss ebenfalls alles raus! Schutt- und Staubberge anstelle einer schnellen Spachtelung. Wir wühlen uns durch, erstellen einen neuen Boden aus OSB-Platten und spachteln diesen dann mit einer faserverstärkten Spachtelmasse. Ganz langsam sieht es einigermaßem ordentlich aus. Durch die verschiedenen Anbauten haben wir Dehnungsfugen im Boden. Eigentlich kommt in dem Fall eine Fuge mit zwei Edelstahlschienen hin. Das wollte ich aber nicht. Passt nicht zum Stil. Daher habe ich entschieden, an den beiden Stellen eine Holzschwelle einzulassen und dunkel zu lasieren. (Meine Mitarbeiter sind nicht immer begeistert über meine ständigen neuen Ideen, aber sie kriegen es immer hin. Super!) Genauso erging es den alten Treppenstufen ins OG, die in dem abgelaschten Buchenholz auch nicht mehr wirklich cool waren und jetzt, geschliffen und dunkel lasiert, viel, viel besser aussehen.

 

Dann ging es endlich ans Gestalten. Der neue Küchenblock, das Einzige, was wir nicht selber gemacht haben, sonder durch Herrn Gemein vom Küchenland haben bauen lassen wurde, wie die alten Küchenfronten, in einem warmen Anthrazit/Scharz (Brombeerschwarz aus unserer Kollektion) lackiert. Dieser Farbton war einer der Grundpfeiler. Den weisse Wintergarten mochte ich auch nicht mehr und so haben wir die Holzfenster auch in dem dunklen Farbton lackiert. Viel, viel Arbeit: Silikonfugen rausschneiden, schleifen, 2x lackieren und wieder neu verfugen. Aber es ist so toll geworden! Jeder denkt, der Wintergarten ist gerade neu gebaut worden. Abends sind die dunklen Hölzer kaum zu sehen, so dass man das Gefühl hat im Freien zu sitzen. Einfach goßartig!

Zu den dunklen Bereichen brauchte ich natürlich einen Kontrast. Wer mich kennt, kennt auch eine Farbe, an der ich einfach selten vorbei komme und die meine Augen und meine Seele immer wieder erfreut: ein mattes Türkis. Und so wurde der Bodenbereich des Wintergartens Türkis. Klar, Grau geht immer aber ich bin wahrscheinlich zu sehr südlich geprägt und liebe einfach Farbe. Auf Jamaica und auf Sansibar haben wir so viel Farbenfrohes erlebt, das vergisst man nicht.

Fugenlose Böden in Beton Ciré in der Küche

Also Türkis auf die eine Hälfte des Bodens im Wintergarten, die andere Hälfte im Küchenbereich dann doch in einem warmen Sandgrau. Vor dem Herd habe ich ein paar Fliesen eingesetzt. Travertin in Kombination mit einigen Dekorfliesen, die eine Künstlerin aus Marseille in einem Ätzverfahren gestaltet hat. Ich liebe diese schönen Muster und Farben, die sich natürlich irgendwo in der Küche wieder finden. Die Natursteine und Fliesen sind von der wunderbaren Auswahl von Josselin Pril du Pradal aus Bad Godesberg. Er hat aussergewöhnlich schöne Fliesen und Natursteine, viel davon aus Frankreich – muss man sich anschauen!

Wohninspiration aus Kalkputz und Boden in Beton Ciré

Wohninspiration aus Kalkputz und Beton Ciré

Die Treppe zum Garten hat meine Jungs auch wiede Nerven gekostet. Auch hier wollte ich keine Edelstahlschienen an den Außenkanten sondern auch kleine Schwellen aus Altholz. Also musste aus den Betonstufen eine rechtwinklige Kante herausgestemmt werden, so dass die Hölzer eingeklebt werden konnten. Alle waren super skeptisch ob das wohl hält, aber es tut es. Und als unsere kleine Hündin Mika über den frischen Beton Ciré gelaufen ist weil sie sich einfach nicht an das Absperrband gehalten hat, fand ich das witzig und habe einen Abdruck gelassen. Ein kleines Detail, das uns immer an sie erinnern wird. Der Eingang vom Garten ist ein Kalkstein aus Frankreich, wie er in den Schlössern viel verlegt wurde. Bei uns hat es immerhin für ein kleines Podest gereicht. Ein Traum!

Treppe in Beton Ciré mit „Mika“

Die Wände sind teilweise in unserem Mineralputz EdelStein. Die Rückwand wieder in einem matten Grau/Türkis als Pendant zum Wintergartenboden und der Durchgang in einem Kreideweiss, beides als Handschmeichler mit Wachsseife versiegelt. Die restlichen Wände sind in EdelKalk, Farbton Perlweiss und Riesling. Highlight, finde ich, sind auch die verputzen Decken, die durch ihre leichte Struktur in hell (Innere Küche) sehr natürlich und luftig, in dunkler (Wintergarten) überaus cool und nach Beton aussehen.

Kücheninsel Arbeitsplatte in Beton Ciré

Küchenarbeitsplatten in Beton Ciré

Und dann sind da noch die Arbeitsplatten. Der Küchenbauer hat sie in Multiplex Platten erstellt, die wir (eher ich, die die Mitarbeiter alle bei den Kunden unentbehrlich waren) mit Edelstahlkanten versehen und in vielen Arbeitsgängen in Beton Ciré gespachtelt, geschliffen und mehrfach versiegelt haben. Farbton? Eine Weile überlegt und habe mich dann für ein dunkles Backstein-Rot für die Kücheninsel (weil hier die Hitze ihr Zentrum hat) und ein warmes Grau/Beige (Dämmerung) für die umliegenden Bereiche entschieden.

Decke Kalkputz, Boden und Arbeitsplatten Beton Ciré

die Dekorfliesen vor dem Herd

die Dekorfliesen vor dem Herd

Der neue, große Spülstein mit dem Quooker (ein Wahnsinns Gerät, das gekühltes Sprudel- und stilles Wasser sowie kochendes! machen kann) rundet das Bild ab und ist überaus praktisch.

Wand hinter der Spüle in Mineralputz, Küchenmöbel alle lackiert

Und dann wollte ich unbedingt ein Holzbord über der Arbeitsplatte haben. Der Küchenbauer konnte nur ein Eichenbord besorgen, das 700 € kosten sollte. Eindeutig zu viel, aber die Idee aufgeben kam nicht in Frage. Daraufhin bin ich in ein Sägewerk nicht weit von uns gefahren und habe mir für 23 € von dem netten Mitarbeiter eine Eichenholzdiele mit „Waldkante“ (eine nicht gerade gesägte Außenkante eine Baumes mit Rinde) auf die passende Länge schneiden lassen. Die habe ich dann sehr gründlich geschliffen und mit 2 Befestigungen vom Obi für 26 € an die Wand montiert. Wunderschön! Man darf nur nie aufgeben, wenn man was im Kopf hat. Meistens gibt es einen Weg, den man vorher nur noch nicht kannte.

Die Vorhänge sind natürlich von meiner Nachbarin Sabine Weingarz Bona von Cubio. Die Installation an Gas/Wasser hat die Firma Schöllgen gemacht und die Elektrik unser weiteren Partner vom Design.Smart.Home VD Elektrotechnik und TID Concept.

Wand Mineralputz, Arbeitsplatte Beton Ciré

Mein Holzbord mit der „ungehobelten“ Kante, bisschen schief aber herrlich

Es gibt bestimmt 10 Farben in der Küche, über Oberschränke, Fußleisten, Heizkörper, Wände, Decke und Böden. Aber ich finde, alles passt bestens zusammen. Schon farbig, aber nicht zu bunt, da viele neutrale Töne die Bunten gelassen auffangen. Einen Raum gestalten ist für mich wie ein Bild malen. Man beginnt mit dem Hintergrund und setzt Schritt für Schritt Farben zusammmen, bis ein in sich stimmiges visuelles Gleichgewicht zwischen ruhig und ausgewogen, aber nicht langweilig entsteht. Mit den Kontrasten spielen und Akzente setzen. Und für die ausgewogene Komposition brauchte ich dann am Ende doch noch einen Farbklecks: ein altes Schränkchen habe ich in einem richtig kräftigen Quittengelb lackiert, da diese Ecke der Küche ein bisschen dunkel war. Und zwischen alle den anderen matten Oberflächen ist das jetzt mal in einem Hochglanzlack lackiert. Kontrast in Farbe und Glanzgrad. Passt!

Schrank in hochglanz Quittengelb, Wand  und Decke Kalkputz, Boden Mineralputz, geölt und gewachst

Die Decke in Kalkputz gespachtelt. Natürlich schön.

Und dann war es soweit! Nach 8 Wochen, pünktlich zu meinem Geburtstag am 18. September, sind wir fertig. Ich bin glücklich! Über meine neue Küche, über das Traumwetter, dass unsere Kinder alle kommen und dass wir abends mit Familie und Freunden unsere Küche einweihen können. Kennt ihr das? So einen richtigen Glücks-Flash? Den hatte ich auf jeden Fall an diesem Tag. Ich war so froh und dankbar, wieder gesund ein Jahr älter geworden zu sein (was nach meinem Genickbruch 2007 nicht unbedingt zu erwarten war) und in diesem wunderbaren Umfeld leben zu dürfen, dass ich diesen Tag, diese Stunde, diesen Moment dauerhaft als „ganz besonders glücklich“ in Erinnerung behalten werde.

Wintergarten mit dunkler Decke in Kalkputz, Boden Mineralputz, geölt und gewachst

Individuelle Wohnideen, mit natürlichen Materialien umgesetzt

Am folgenden Tag, bei der Promenade Paul-Kemp (unser Art Tag der offenen Tür,) nachdem wir schnell das Geburtstagschaos beseitig hatten, haben viele Menschen die Gelegenheit genutzt, in unsere Privaträume hereinzuschauen und alle waren sehr, sehr begeistert. Ich habe die Küche und unser fugenloses Bad gezeigt. Vielen Dank für all die netten Kommentare! Ich habe selber so viel Herzblut, irre viel körperliche Arbeit, durchgescheuerte Fingerkuppen, durchgearbeitete Wochenenden, Rückenschmerzen und gestalterische Hingabe in diese Küche gesteckt, dass es mich natürlich freut, wenn das alles auch anderen Menschen gefällt. „Es sieht hier alles so modern, aber irgendwie französisch aus“ war die allgemeine Aussage. „Und so individuell!“ Ja, so soll es sein. Dass sich jeder in seinen eigenen Räumen komplett wohlfühlt. Ob das jetzt gerade im Trend ist, was man macht oder nicht. Passen muss es. Das genau ist unsere Idee, unser Plan. Mit hochwertigen, natürlichen Materialien wohngesunde und individuelle Lösungen für jeden Einzelnen zu finden.

da freut sich das Auge

Ob es immer so farbig ist wie bei uns, oder ob die passende Gestaltung bei dir ganz anders aussieht … das Spannende ist es, genau für dich oder deine Familie die optimale Atmosphäre für euer Wohlgefühl zu finden. Gerade in dieser Zeit, die viel Unsicherheit mit sich bringt, muss doch das Zuhause unser sicherer Hafen sein. Und wie ich mich jeden Tag daran erfreue in unsere, für uns genau passende, Küche zu kommen – genau das wünsche ich mir auch für euch! Wenn es so ist, haben wir alles richtig gemacht.

Und hier noch das letzte Puzzlestückchen, das erst etwas später gekommen ist: unsere Neonschrift „Heimat“ :-) Gerade weil wir (normalerweise) alle gerne reisen ist es so schön, wenn man ein Zuhause hat, wo einfach alles passt. Die Umgebung, die Familie, die Freunde – eben die Heimat. Alle lieben unser neues, ganz persönliches, HighLIGHT ☺️

Heimat Neonschrift

Heimat Neonschrift

Alle verarbeiteten Materialien gibt es natürlich in unserem Online Shop. Alles, was wir machen und an Beratung anbieten kannst du hier nachlesen.

Wir freuen uns, auch für euch echte Wohlfühl-Räume zu gestalten und sind jederzeit gerne für euch da!

Ganz herzliche, farbenfrohe Grüße,

eure Malermeisterin Ursula Kohlmann

PS: Wer von den vielen neuen Abonennten uns und unsere Idee besser kennen lernen möchte, kann sich gerne unseren kleinen Imagefilm anschauen!