Wieviel Farbe braucht der Mensch? Keine Frage, die man einfach beantworten kann. Das Erleben von Farbe ist immer sehr subjektiv. Was für den einen wie ein kaum abgetöntes Weiß aussieht ruft bei dem anderen schon die größten Ängste hervor „ist das nicht zu dunkel?“ Die Empfindungen sind da sehr unterschiedlich, und gerade die Frage nach der Intensität der Farbe, die ein Mensch gerne um sich hat, gilt es jedes Mal wieder neu herauszufinden.

Es gibt auch kulturelle Unterschiede in der Empfindung einer Farbe. Wie es Axel Buether immer so schön ausdrückt: „Jeder Mensch hat eine Farbheimat“, die durch die Umgebung, in der er aufwächst, geprägt ist. Lokalfarben, die man viel als Kind gesehen hat, begleiten einen unbewußt durch das ganze Leben und werden immer ein Heimatgefühl hervorrufen. Jedem Kölner wird bei der Ansicht eines rot/weißen Anstriches irgendwo auf der Welt das Herz höher schlagen :-). Nein, aber im Ernst, auch innerhalb Deutschlands gibt es verschiedene Farbklänge, die die Farben der Umgebung in Kombination mit dem Licht des Himmels aufnehmen und so eine regionale Farbigkeit erzeugen.

Farbe ist eines der ältesten Gestaltungsmittel in der Architektur

Diese Farbigkeit, die Wohlfühlen und Geborgenheit impliziert, ist niemals rein weiß. In der Natur findet man nicht das klinische Weiß, das über viele Jahre als das Sinnbild für Hygiene und Sauberkeit stand. Inzwischen ist man auch in Krankenhäusern dazu übergegangen, Wände farbig zu gestalten, da man in vielen Studien festgestellt hat, dass Menschen (vor allem Kinder) in farbigen Räumen deutlich schneller genesen, als in weiß gestrichenen.

Daher ist die Wahl der Farbe eine ganz besondere Aufgabe, die immer wieder sehr individuell und sensibel angetastet werden sollte. Dazu kommt natürlich, um welchen Raum es sich handelt, wie die Lichtverhältnisse sind, ob und wie Farbe die Architektur des Raumes betonen oder störende Elemente kaschieren soll.

«Farbe kann strategisch eingesetzt werden um Raumfolgen zu orchestrieren oder Tektonik sichtbar zu machen, sie kann Licht und Schatten unterstützen, Oberflächen zu einem optischen und haptischen Erlebnis machen und vieles anderes mehr. Farbe ist eines der ältesten Gestaltungsmittel der Architektur – farblose Architektur gibt es nicht.» Steffanie Wettstein

Ein Beispiel für farbige Gestaltung eines 40er Jahre Hauses – klassisch und doch modern

Heute zeige ich ein Haus, das wie vor kurzem renoviert haben. Das Haus ist aus den 40er Jahren. Auffällig ist, das in jedem Zimmer ein anderes Parkett liegt. Der Besitzer erzählt dazu, das in der Zeit Baumaterial knapp war, aber die Handwerker, wie immer erfinderisch, eine gute Quelle gefunden hatten. Das Haus steht auf dem Venusberg in Bonn. Und was kaum noch jemand weiß, die Gebäude der heutigen Uniklinik dienten bis 1945 als Flak-Kaserne der Wehrmacht. Nach Ende des Krieges stand die Kaserne erstmal leer und boten den Handwerkern (ich denke eher unerlaubten) Zugriff auf die vorhandenen Materialien.

Der Kunde war besonders stolz auf eine Reihe Fotografien, die er erworben hatte, und die wir in die Gestaltung des Hauses mit einbezogen haben.

Der Eingangsbereich. Das Foto auf dem von uns gewählten dunklen Hintergrund (Brombeerschwarz – VerWANDlung, die Kollektion) öffnet den Raum und sorgt fast für einen Trompe l’oeil Effekt. Die restlichen Wände sind in einem passenden Grauton aus dem Bild gestrichen. (Federleicht – VerWANDlung, die Kollektion).

Eingangsbereich

Eingangsbereich

Das Esszimmmer ist farbenfroh und kommunikativ in einem warmen Ockergelb (Marokkanischer Ocker – VerWANDlung, die Kollektion)

Esszimmer in Gelb

Esszimmer in Gelb

Esszimmer in Gelb

Esszimmer in Gelb

Das angrenzende Wohnzimmer besticht durch eine Wand in Petrol, was in der Kombination besonders chic aussieht.

Blick vom Esszimmer ins Wohnzimmer

Blick vom Esszimmer ins Wohnzimmer

Wohnzimmer 1 Wand in Petrol

Wohnzimmer 1 Wand in Petrol

Die restlichen Wände sind in einem hellen, warmen Taupe gestrichen. (Taupe, hell – VerWANDlung, die Kollektion)

Passend zur Kunst

Passend zur Kunst

Das Arbeitszimmer wurde wieder zu dem Foto passend in einem tiefen Rot gestrichen. Der ähnliche Ton wie auf dem Bild öffnet und vergrößert den Raum optisch.

Arbeitszimmer in Rot

Arbeitszimmer in Rot

Arbeitszimmer in Rot

Arbeitszimmer in Rot

Das Schlafzimmer, in dem sich viel Naturholz befindet, erhält als Kontrast und wieder passend zu der Fotoserie ein dunkles Grau/Blau

Schlafzimmer in Blau/Grau

Schlafzimmer in Blau/Grau („Blaue Stunde – VerWANDlung, die Kollektion)

Der dunkle Ton ist sehr angenehm mit dem Naturholz und schafft einen ruhigen, erholsamen Raum hinter dem Bett

Schlafzimmer in "Blaue Stunde"

Schlafzimmer in „Blaue Stunde“

Um dem vielen Naturholz einen modernen Touch zu verpassen wird eine Wand im Schlafzimmer cool in Betonoptik gestaltet

1 Wand in Betonoptik

1 Wand in Betonoptik

1 Wand in Betonoptik

1 Wand in Betonoptik

1 Wand in Betonoptik

1 Wand in Betonoptik

Und so sieht man, das in diesem Haus klassische Elemente mit modernen sehr gut kombiniert wurden. Der Clou einer guten Gestaltung ist immer, eine gewisse Spannung zu erzeugen, damit die Räume zwar natürlich und selbstverständlich, aber nicht langweilig wirken. Ich denke, das ist uns hier gut gelungen.

Alle Farbtöne sind natürlich aus unserer neuen Farbkollektion aus reinen Mineralfarben. Wenn Sie auch renovieren möchten, wissen aber nicht genau wie helfen wir Ihnen gerne weiter. Unser Beratungsangebot finden Sie hier. Im Moment gilt immer noch unser #stayathome Angebot, dass die Beratung kostenlos ist, wenn Sie das Material über uns beziehen. Ob Farbe, Kalk- oder Mineralputz sowie wasserfester Beton Ciré – all die schönen, wohngesunden Produkte gibt es in unserem neuen digitalem Farbladen.

So, und das war’s mal wieder. Ich hoffe, Sie hatten ein bisschen Spaß beim Lesen und ich bringe SIe kurz mal auf andere Gedanken in dieser seltsamen Zeit.  Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag und einen wunderbaren Start in den Mai.

Bleiben Sie gesund!

Herzlichst, Ihre Ursula Kohlmann

PS: Alle Fotos von meiner tollen Fotografin Julika Hardegen. Vielen Dank!