Gerade zu Corona Zeiten verbringen wir viel Zeit in unserem Zuhause. Aber sind deine Räume immer so, dass du dich auch wirklich wohlfühlst und nach der Arbeit entspannen kannst? Ich werde oft angesprochen, ob man nicht mit kleinem Aufwand etwas ändern kann um Räumen mehr Ruhe zu geben und welche Wandfarben dabei helfen.

Sehrt schnell kommt man hier zu dem Thema skandinavisches Design, denn gerade hier gibt es einige Regeln, die schnell helfen können, dein Zuhause zu optimieren.

„In der Mitte liegt das Glück“, sagt der Schwede: Lagom –  genau das richtige Maß der Dinge

Beim nordischen Leben und damit beim nordischen Design geht es um die Balance zwischen Schönheit, Ruhe und Lebensqualität. Es umfasst das Klare, Einfache und Funktionale auf eine Weise, die auch die natürliche Umgebung widerspiegelt und respektiert. Der Look ist von hoher, nachhaltiger Qualität, konzentriert auf das Wesentliche, ohne üppigen, opulenten Details.

Wie alle großen Designstile geht auch das skandinavische Innendesign weit über Farbschemata und die Auswahl der richtigen Möbel hinaus. Es stammt vielmehr aus einer Philosophie, einer Lebensweise. Eine deutsche Übersetzung für Lagom gibt es nicht – das Wort beschreibt eben ein schwedisches Lebensgefühl, bei dem es um Maßhalten geht, die Balance zwischen Minimalismus und Überfluss,  Ausgewogenheit und Achtsamkeit. Auch wenn Lagom gerade als Trend (nach Hygge) gehandelt wird, beschreibt es doch sehr wohl, was Räume ausmachen, die uns entspannen, uns Ruhe und Geborgenheit geben und einfach nur glücklich machen.

Wandfarbe hellgrau von VerWANDlung. Foto Alcro

Wandfarbe hellgrau von VerWANDlung. Foto Alcro

Zu den wichtigsten Prinzipien, die das skandinavische Design bestimmen, gehören:

Funktionalität

Einfachheit

Harmonie mit der Natur

Nachhaltigkeit – Dinge sollen von Dauer sein, nicht ersetzt werden

Gleichgewicht finden

Unbeschwert oder übersichtlich leben

Wie man skandinavisches Design zu Hause macht

So, und wie bekommen wir nun das skandinavische Design in unser Wohnzimmer? Mit was erzeugen wir die schwedische Gelassenheit und vermitteln unseren Räumen Ruhe und Entspanntheit?

Wandfarbe grau grün von VerWANDlung. Foto Nordsjö

Wandfarbe grau grün Salbei von VerWANDlung. Foto Nordsjö

Tipp 1 – Ausmisten!

Zu viele Stehrümmchen, Magazine, Bücher, die wir nicht mehr lesen werden, Souvenirs, Fotos, Plakate, Möbelchen und, und, und … sorgen vielfach für eine Reizüberflutung. Dem einen fällt es leichter als dem anderen sich von Dingen zu trennen, aber das Aufatmen tut so gut, wenn alles Überflüssige verschwindet. Ein guter Tipp ist, von deinem Raum Fotos zu machen und sich diese anzuschauen. Oft hat man dabei einen anderen Blickwinkel und sieht den Raum, wie es ein Fremder täte. Also, aufräumen, verschenken, wegschmeißen, ordnen ist der wichtige Anfang.

Du kannst Dinge auch in neutrale Behälter packen, z.B. in der Küche anstelle vieler bunten Verpackungen das Müsli in Gläser füllen, Zeitschriften in schönen Papierkartons sammeln oder anstelle des offenen Regales eines mit Türen nutzen. Ein unaufgeräumter Schreibtisch oder Haushaltsutensilien, die in einer kleinen Wohnung sonst keinen Platz finden, kann man auch geschickt hinter einem schönen Paravent verbergen. So ein Raumteiler kann auch ganz wunderbar als Gestaltungselement genutzt werden.

Tipp 2 – Möbel checken

Brauchst du wirklich alle Möbel in deinem Raum? Hier ein Tischchen, da noch eine kleine Kommode und den Stuhl daneben? Schau dich kritisch um, ob es dir nicht guttut, mehr Luft und Raum zu haben und einige Möbel aus dem Raum zu verbannen. Oft sammelt sich ja im Laufe der Zeit so einiges an, was dann einfach stehenbleibt, und andere Möbel, die vielleicht mal als Hingucker gedacht waren, werden praktisch zugeparkt und können nicht mehr wirken. Optische Ruhe entsteht nicht in einem vollgestellten Raum.

Gerade wenn du hypersensibel bist und auf optische Reize stark reagierst wirst du wissen, was gut für dich ist und du wirst merken, wie positiv ein Raum ohne „Zuviel von allem“ auf dich wirkt.

Für Tipp 1 und 2 gilt: Schaffe Ordnung mit zwei Listen: praktisch oder emotional. Dinge, die auf keiner der Listen Platz finden, brauchst du wahrscheinlich nicht.

Wandfarbe weiss von VerWANDlung. Foto Planete-deco

Wandfarbe weiss von VerWANDlung. Foto Planete-deco

Tipp 3 – neutrale Farbstimmung

Die Farbgestaltung. Im skandinavischen Design geben neutrale, helle Farbtöne den Ton an. Man findet hauptsächlich leicht abgetöntes Weiß, helle Grau-, Beige- und Taupetöne.

Die Wände geben dir viel Raum mit Farbtönen, die kein Eigenleben besitzen, sondern einen ruhigen, freundlichen Rahmen darstellen. Neben den unbunten Farben findet man auch ein mattes Blaugrau, ein zartes, vergrautes Grün oder auch ein leichtes Rosé.

Du hast drei Möglichkeiten für entspannte Räume:

  1. Einfarbig: nutze einen hellen, neutralen Farbton und streiche alle deine Wände damit. Achte auf ähnliche Farben bei Teppichen und Kissen und variiere nur in den Abstufungen von hell und dunkel.
  2. Zweifarbig: die neutrale Grundstimmung bleibt wie bei 1, jedoch setzt du Akzente mit einer farbigen Wand oder Teilbereich des Raumes. Wobei Farbe nicht bunt sein muss, sondern auch ein gebrochener Schlamm oder Taupeton sein kann. Schaut doch mal in unsere neutrale Palette, dort findet ihr eine große Auswahl an wunderschönen, aus der Natur inspirierten Farbtönen.
  3. Du hast eine Lieblingsfarbe auf die du nicht verzichten willst? Das kenne ich 😊. Hier ist es eine gute Idee, nur in einem Farbschema zu bleiben und dann eher mit der Helligkeit und Abstufung einer Farbe spielen. Auch eine leichte Vergrauung oder Brechen mit der Komplementärfarbe hilft, um einen Farbton angenehm und ruhig abzutönen. Kühlere Töne wie Blau/Grün/Türkis in ihrer abgetönten Form geben Leichtigkeit und öffnen vor allem kleinere, dunklere Räume.

Anstelle Anstrich kannst du, natürlich und wohngesund, auch einen Kalkputz in einem neutralen, warmen Ton deinen Raum gestalten:

Kalkputz von VerWANDlung

Kalkputz von VerWANDlung

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Wenn du dich über die Trendfarbe 2021 informieren findest du hier einen Bericht darüber.

Tipp 4 – natürliche, wohngesunde Materialien

Weniger ist mehr, so das Motto von Lagom. Damit kommt der Wohnstil dem Trend zu mehr  Nachhaltigkeit und Minimalismus entgegen. Der skandinavische Stil konzentriert sich auch darauf, jedem Raum ein von der Natur inspiriertes Element hinzuzufügen. Nach dem Prinzip „Qualität vor Quantität“ stehen natürliche, hochwertige Materialien wie Holz, Stein, Leder, Hanf oder atmungsaktive Stoffe wie Leinen und Baumwolle im Fokus.

Immer mehr Einrichter und Influencer achten auf die Herkunft von Möbeln, Materialien und Wohnaccessoires und entscheiden sich lieber für weniger, dafür aber nachhaltig produzierte Design-Elemente. Klug ausgewählte, natürliche Materialien sehen nicht nur schön aus und lassen sich gut miteinander kombinieren – sie verbessern auch das Wohnklima. Je mehr unser Immunsystem durch äußere Faktoren wie z. B. die Luftverschmutzung strapaziert wird, desto anfälliger sind wir. Umso wichtiger ist es, dass wir vor allem in den eigenen vier Wänden ein gesundes Raumklima schaffen. Dazu tragen auch zu einem großen Teil all unsere mineralischen Farben und Putze aus unserer eigenen Kollektion bei.

Es geht immer nur um das Gleichgewicht. Rustikale oder unbehandelte Holzmöbel sorgen für Einfachheit, während weiches, butterartiges Leder zum Entspannen einlädt. Inzwischen finden sich auch abgenutztes Leder und veganes Leder. Hohe Qualität ist von größter Bedeutung, da der skandinavische Stil Dinge umfasst, die von Dauer sind.

Kalkputz grau von VerWANDlung. Foto: La-deco-de-Katia

Kalkputz grau Kieselstein von VerWANDlung. Foto: La-deco-de-Kati

Tipp 5 – Must haves

Alle Arten von Pendelleuchten sind in deinen skandinavischen Wohn- und Esszimmern, Schlafzimmern oder in deiner Küche willkommen. Nordische Innenräume müssen nicht steril sein. Die Beleuchtung ist der perfekte Weg, um ihnen ein bisschen gute Laune und Charme zu verleihen.

Um eine ruhige Umgebung zu schaffen, kannst du einige wollige Schaffellüberwürfe, grob gestrickte Kissen oder ein paar flauschige Decken mitbringen.

Ein minimalistisches, weißes oder neutrales Regal um ausgewählte schöne Dinge zu präsentieren und es immer mal wieder umzudekorieren.

Pampas oder andere Gräser. Total im Trend in Sachen „Skandi Stil“ sind getrocknete Blumen und Gräser. Sie sehen stylish aus, sind nicht so farbig, einfach zu kombinieren und, das Beste daran, sie halten ewig.

Eine schwarze Wandlampe, ob groß oder klein, ob von Ikea oder einem Design-Label ist Pflicht. Ob als Stimmungsleuchte oder Leselampe, die muss einfach sein.

Geometrische Muster auf Teppichen, Kissen oder Bettwäsche verleihen deinem Raum klare Strukturen und Ordnung und setzen fröhliche Akzente.

geometrische Muster. Foto: Planete-deco

Wandfarbe Weiss Leinenweiß von VerWANDlung Foto: Planete deco

Holzjalousien geben deinem Raum auch einen nordischen Touch und lassen schon mal eine unruhige Umgebung draußen verschwinden.

Tipp 6 – Gruppen bilden

Bestimmt hast du Bilder, Fotos oder Erinnerungsstücke an denen du hängst. Bevor sie einfach so im Raum herumhängen ist es eine gute Idee, sie in Gruppen aufzuhängen. Dabei ist eine gewisse Ordnung mit gleicher Ober- oder Unterkante von Vorteil.

Wandfarbe greige von VerWANDlung. Foto:Brico Bistro

Wandfarbe Weiss von VerWANDlung. Foto:Brico Bistro

Oder du stellst ein Tablett auf ein Sideboard und arrangierst dort eine Gruppe von Fotos. Hast du gerne Deko, stelle farblich passende Vasen oder ähnliches zusammen und verteile es nicht gleichmäßig im ganzen Raum.

Stelle lieber einige große Pflanzen auf als viele Kleine. Und wenn kleine, dann wieder in einer schönen Konstellation.

Ganz wichtig: suche immer deinen roten Faden im Raum, der dir bei jeder Entscheidung hilft. Man muss nicht jedes Dekoteil aufstellen, auch wenn es einem im Laden gerade gefällt. Überlege einfach immer, ob es zu deinem Stil und zu deinem Farbschema passt.

Ihr seht, viele Dinge lassen sich bestimmt einfach ändern. Jetzt, wo das Wetter schlechter wird und weder Weihnachtsmärkte noch Gärten noch Veranstaltungen uns Abwechslung bieten ist das doch die beste Gelegenheit, sich um sein Zuhause zu kümmern.

Hiermit hast du eine kleine Anleitung eine Bestandsaufnahme zu machen um in kurzer Zeit schon Einiges zu ändern.

Wohngesunde Putze und Farben findest du in unserem digitalen Farbenladen, auch unsere Farbberatung kannst du seit einigen Tagen online buchen. Wir senden dir dann mit der Buchung einen Fragebogen, den du uns ausgefüllt und mit Fotos versehen zurückschickst. In kurzer Zeit erhältst du dann von uns Vorschläge, wie du dein Zuhause entspannt umgestalten kannst.

Kreative Gutscheine für schöne Wände

Wir bieten auch verschiedene Gutscheine an, die du dir selber wünschen oder für deine Lieben als ein tolles, kreatives Weihnachtsgeschenk erstehen kannst.

Es gibt Gutscheine über eine reine Farbberatung oder eine kleine oder große Geschenkbox, die eine Farbberatung sowie das passende Material, entweder Farbe, Mineralputz oder Kalkputz (Farbtöne kann man sich natürlich selber aussuchen) mit den erforderlichen Werkzeugen enthält. Schau doch mal rein! Für alle, die Spaß am Gestalten, an Interior Design und am selber Werkeln haben ein spannendes Geschenk, das man nicht so schnell vergisst und die Lebensqualität des Zuhauses steigern kann.

Gutschein große Farbbox

Gutschein große Farbbox

Ich freue mich, wenn ihr mit meinen Tipps schon etwas bewegen könnt und bin sehr gespannt, wenn ihr mir sagt, was für euch besonders wichtig ist.

Euch allen eine schöne, entspannte Vorweihnachtszeit und bleibt gesund!

Eure Malermeisterin

Ursula Kohlmann