War das eine interessante, inspirierende Zeit die letzten Wochen. Viel unterwegs waren wir. Viel gesehen auf den internationalen Möbel- und Designmessen. Und was uns besonders gut gefallen hat und welche Trends es für das kommende Jahr geben wird möchte ich Ihnen hier berichten. Auf der Imm Cologne haben wir einen interessanten Vortrag von dem Creative Director der NCS Colour Academy Karl Johan Bertilsson gehört. Er war ganz meiner Meinung mit seiner Aussage: Nichts ist schlimmer, als einen Raum weiß zu streichen nur weil man keine Alternative kennt oder sich nicht traut, Farben zu wählen. Mein Reden! Die Trends für 2017 bestehen aus vier Strömungen. New Africa, Smart Togetherness, Luxurious Minimalism, Urban Pride.

Afrika entwickelt sich immer mehr als ernstzunehmender Designtrend. Natürliche Materialien, afrikansiche Muster und erdige, kräftige Farbtöne sind groß in Mode. Smart Togetherness bedeutet, dass immer mehr Menschen vom Land in die Stadt ziehen und der verfügbare Wohnraum immer kleiner wird. Das heißt: zusammen rücken, multifunktionale Möbel und ein riesengroßer Trend: die Natur in die Wohnung holen. Ich habe noch nie so eine große Ansammlung an Zimmerpflanzen in neuen, trendigen Töpfen, Schalen und Körben gesehen. Ob stehend oder hängend, Grün wohin man sieht. Und das gab es sowohl in Köln wie auch in Paris. Nicht nur als Wandfarbe (wie auch die Farbe des Jahres Greenery) sondern eben auch in natural. Luxurious Minimalism erklärt sich von alleine: als Wandfarben kühle Grau/Beige Farbtöne, klare Formen bei den Möbeln, Betonoptik mit glänzenden, metallischen Elementen als Ausgleich. Goldene Lampen fand man überall. Urban Pride: kräftige, freche Farben, kontrastreich, rot, schwarz, blau, gelb, Comicstyle, Großstadtleben. Ob wir das in unserem beschaulichem Bonn umsetzen? Ich bin gespannt.

Und dann ging es nach Paris. Den Freitag morgen ganz früh losgefahren waren wir gegen 11:00 Uhr auf dem parc des expositions und sind dann alle Hallen abgelaufen. Von Wohn- Accessoires, Möbeln, Teppichen, Kunst, kitschigem Schwachsinn, Stoffen, Porzellan und Küchenutensilien fand man alles, was man irgendwo in einem Haus unterbringen kann, ob man es nun braucht oder nicht. Mal schwülstig und überladen, mal nordisch streng – alles was das Herz begehrt. Aber natürlich auch viel Interessantes. Neue Tapeten, die aktuelle Kollektion von Wall&Deco wurde erstmalig vorgestellt, Elitis hatte eine wunderbare Kollektion von natürlichen Wandbelägen, ausgefallene Tapeten von Glamora und viele mehr. Die Tapeten stelle ich im nächsten Beitrag genauer vor.

Ich habe drei witzige Dinge für unser Atelier bestellt, die ich ab demnächst mit anbiete:

Den Sitzball Vluv, der einfch herrlich bequem zum Sitzen und bei Rückenproblemen das Beste ist, was man sich antun kann. Aber wer will schon dieses furchtbare Blau oder Grün der klassischen Bälle zu Hause haben, die nur ans Schwangerschaftsturnen erinnern? Jetzt gibt es diese Bälle entweder in einer Lederoptik, da sehen sie aus wie coole Riesen-Medizinbälle oder in einigen naturfarbenen Stoffen. Die haben uns so gut gefallen, dass wir direkt drei bestellt haben.

 

Dann gefiel uns super gut die hängenden Pflanzen-Quallen vo Carolijn Slottje. In zarten Körben hängen Pflanzen mit langen Wurzeln, (die sicher auch einen Namen haben, den ich nicht kenne) und die wie Quallen in der Luft schweben. Sehr dekorativ und auch auf kleinem Raum eine schöne Dekoration. Kann man bald bei uns bewundern.

Und diese lustige Hängetischchen kommt in unser Repertoire. Zwei Designer aus Slovenien haben es entwickelt und ist aus handschmeichelndem Naturholz in verschiedenen Kombinationen zu bekommen. Ob im Eingang als Schlüsselablage, im Bad oder Gäste WC oder sonstwo – platzsparend und witzig.

Ich könnte noch ewig weiter erzählen. Wie wir abends in dem Vorort Saint Denis durch fast menschenleere Straßen mit einem leicht mulmigen Gefühl auf der Suche nach einem Restaurant waren, keine hellhäutige Menschenseele weit und breit und letztendlich eines gefunden haben, das von einem Afrikaner betrieben wurde. Wir wurden allseits bestaunt als wir eintraten, es war wohl nicht die Regel, dass Touristen sich dort hineintrauen. Kurz darauf öffnete sich die Tür und zwei Französinnen traten ein. Sie waren ebenso wie wir auf der Suche nach einem Restaurant und wurden dann an unseren Tisch platziert. Nach der ersten Karaffe Wein kamen wir schnell ins Gespräch, alle ziemlich amüsiert, wo wir da gelandet waren und freuten uns schon bald über das absolut köstliche Essen, das der Chef „Franz“ uns dann bald bracht. Die beiden waren Architektinnen aus Aix en Provence, die auch die MoB besuchten und bald stellte sich heraus, dass die eine mit ihrem Mann seit 20 Jahren einen Kalkputz herstellt, wie ich ihn auch sehr gerne verarbeite. Was war da für ein Zufall! In dieser Einöde an Vorort unter einem Heer von Schwarzen auf diese netten Frauen zu treffen, und dann auch noch geschäftlich zusammmen zu passen – einfach ungaublich, wie das Leben so spielt. Sobald ich die Muster ausprobiert habe werde ich darüber berichten.

Und als wir dann ein Taxi für den Rückweg bestellen wollten war das ein Problem. In der Gegend gibt es das nicht für Kurzstrecken. Aber ich hatte wirklich keine Lust, diesen Kilometer durch das düstere Quartier zu unserm Airbnb zurück zu laufen woraufhin der Wirt einfach eine Freundin organisiert hat, die uns schnell mit ihrem Auto gefahren hat ohne einen Centime dafür zu nehmen. Großartig!

Den nächsten Tag sind wir über die Deco Off (eine Ausstellung von Stoff- und Tapetenherstellern) im Viertel Saint Germain durch die Geschäfte und Galerien flaniert, haben uns die neuen Tapetenkollektionen zeigen lassen, den offerierten Champagner sowie die kleinen hors-d`oevres zu uns genommen und das Pariser Leben genossen. Bei strahlend blauen Himmel die großen Lampenschirma, die überall dekoriert waren, bewundert da sie eine besonders schöne, kreative Atmosphäre in Paris geschaffen haben. Viel gelaufen sind wir an dem Tag, haben viel gesehen, uns inspirieren lassen, lecker gegessen und getrunken und es sehr genossen, mal wieder in Paris zu sein. Abends haben wir noch unser ehemaliges Pflegekind Lili getroffen, die nun in Paris lebt.

Und nochmal zurück zu den Messen. Alles in allem zusammenfassend kann man für dieses Jahr sagen: die Kunst besteht in der Zusammenführung von Gegensätzen. Naturmaterialien treffen auf Smart Home Technologie, klare Einrichtungsstile werden mit erdigen, heimeligen Wandfarben kombiniert. (Hilfe! Das Terracotta ist zurück!) Das Zuhause als gemütlicher Rückzusgort, der jedoch 1a smart zu bedienen ist wird auch in den nächsten Jahren der Trend bleiben. Und die digitale Technologisierung unseres Lebens auf der einen Seite braucht einen entspannten, beruhigenden Gegenpol.

Also, das sind doch gute Aussichten. Lassen wir loslegen! Ich bin voll motiviert, etwas fanzösisches Flair in Ihre vier Wände zu bringen.

Ich freue mich auf viele Besucher an meinem Wonderful Wednesday und auf spannende neue Aufgaben dieses Jahr mit vielen Wänden, die eine Geschichte erzählen!

Ihre Ursula Kohlmann

 

 

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